bullet2 Kleiderstube Bovenden 2010

Meldung vom  26. August 2010


                                                      Fotos: Sigrid Klingner
 
15 Jahre Kleiderstube Bovenden:
"Zu uns kann jeder kommen"

Die Kleiderstube Bovenden des Diakonischen Werkes feiert in diesem Jahr ihren 15. Geburtstag. "An sechs Tagen in der Woche hat der kleine Laden für gebrauchte Kleidung am Kreisel Ecke/ Feldtorweg in Bovenden geöffnet", sagt Maria Doelfs-Salimi, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes. Gebrauchte Kleidung in Empfang zu nehmen und zu begutachten, kleine Fehler auszubessern, im Laden zu präsentieren und - natürlich - zu verkaufen. Alle Aufgaben werden von 21 Ehrenamtlichen und einzelnen Ein-Euro-Jobbern übernommen.

Etwa 30 Kunden kommen täglich in die Kleiderstube, um in den Angeboten zu stöbern. Ein schöner Pullover oder auch eine gut erhaltene Jeans für drei oder vier Euro, das locke natürlich Menschen mit schmalem Geldbeutel. Aber längst sei das nicht mehr der alleinige Grund, die Kleiderstube zu besuchen. "Manche Kunden kommen auch aus ökologischen Gründen zu uns." Gebrauchte Kleidung spare Ressourcen und schone dadurch die Umwelt. Im Laden werde kein Unterschied zwischen arm und reich gemacht. "Zu uns kann jeder kommen", sagt Doelfs. So solle von vornherein vermieden werden, dass Kunden der Kleiderstube als sozial benachteiligt stigmatisiert werden.

Einen so starken Zulauf wie heute hatte die Kleiderstube nicht immer. "Einen richtigen Schub hat der Umzug vor fünf Jahren aus dem Bonhoeffer-Haus in die Göttinger Straße gebracht. Der war allerdings nicht ganz freiwillig. Die Kleiderstube musste das Bonhoeffer-Haus aus Brandschutzgründen verlassen. Der Schritt ist nicht allen leicht gefallen", beschreibt Doelfs, weil seitdem Miete und Nebenkosten bezahlt werden müssten. Doch der Zulauf gebe ihnen recht, was sich an den Öffnungszeiten zeige. Vorher öffnete die Kleiderstube an zwei Tagen in der Woche, heute hat sie von montags bis samstags immer vormittags geöffnet und zusätzlich dienstags, donnerstags und freitags an den Nachmittagen.

"Auch das Angebot wurde im Frühjahr ausgeweitet. Eine Ehrenamtliche ist Schneiderin", berichtet Doelfs, "und näht kleine Accessoires wie Lesekissen oder Lavendelsäckchen, die ebenfalls in der Kleiderstube verkauft werden. Vielleicht können wir das Angebot noch ausbauen. Darum sind weitere ehrenamtliche Schneider/innen herzlich willkommen."

Neben dem Verkauf guter und günstiger gebrauchter Kleidung stand in den vergangenen 15 Jahren auch die Einbeziehung von Langzeitarbeitslosen im Zentrum der Arbeit der Kleiderstube. "Viele sind dankbar, nach Jahren der Arbeitssuche wieder eine regelmäßige und sinnvolle Tätigkeit auszuüben", sagt Doelfs. "Viele haben danach mit Hilfe des Diakonischen Werkes auch wieder eine feste Anstellung gefunden. Anderen hat die Arbeit in der Kleiderstube so viel Spaß gemacht, dass sie nach Ende ihres Ein-Euro-Jobs dort weiterarbeiten - als Ehrenamtliche."

Jan Fragel

Bei Bedarf verlinken Sie diese Seite gerne mit
 
http://www.bovenden.reformiert.de/doc/webseite-1777.htm